„Wer spielt den Flohwalzer am schnellsten“ war eine der Aufgaben der letzten „Wetten dass…?“-Sendung. Moderator Thomas Gottschalk suchte in der Stadtwette Berliner Kinder, die das Stück schneller spielen können als die herausfordernde Kandidatin Pauline. Einen „absurden Schnelligkeitsrausch“ nannte das der Präsident des Landesmusikrates Berlin, Christian Höppner. „Schnell zu spielen ist kein Ausweis von Talent“, erklärte er.
Vielmehr sei es ein absurder Schnelligkeitsrausch, der mit gutem Klavierspiel oder sinnvollem, weil die persönliche Entwicklung förderndem Musizieren nichts zu tun habe. Das gehöre in die „in die Mottenkiste längst überholter Qualitätsvorstellungen“. In einem Interview mit der „Berliner Zeitung“ empfahl Höppner daher dem Moderator, selbst einmal Klavierunterricht zu nehmen. Dann könne er „erfahren, worauf es beim Musizieren eigentlich ankommt“.
Höppner erwarte von Gottschalk, dass er in einer seiner nächsten Sendungen etwas über die Situation der musikalischen Bildung sagen werde. Diese sehe nämlich schlimm aus. So stünden allein in Berlin 6 000 Kinder auf den Wartelisten der Musikschulen. Der Bedarf sei allerdings noch viel höher, weil sich viele Eltern gar nicht mehr trauen, ihre Kinder an einer Musikschule anzumelden. An den allgemein bildenden Schulen fielen in Berlin bis zu 80 Prozent des Musikunterrichts aus, weil auch hier die Kürzungen greifen und Musiklehrer fehlen.
Der Landesmusikrat Berlin im Internet: http://www.landesmusikrat-berlin.de
Verfasst am 13. November 2008 um 1:53 in Musikpädagogik
Tags: Landermusikrat Berlin, Musiklehrer, Musikschule, Musikunterricht



