Wohl jeder von uns Musikschülern kennt die Situation: ein Vorspiel steht bevor und je näher der Auftritt kommt, desto mehr steigt das Lampenfieber. Die Hände zittern, die Beine werden weich oder es verschlägt einem die Stimme. Am liebsten würde man jetzt wegrennen. Und in dem Moment fühlt man sich damit ganz allein, als würde es nur einem selbst so gehen.
In diesem Film wird berichtet, dass es auch berühmten Musikern so geht, selbst wenn sie schon seit vielen Jahren auftreten. Zum Beispiel musste der legendäre Dirigent Carlos Kleiber manchmal regelrecht auf die Bühne geschoben werden. Aber das Adrenalin, das einen bei einem Auftritt überschüttet, kann auch nützlich sein. „Es mobilisiert alle Ressourcen, es schärft die Sinne. Eigentlich ist es dein Freund“, sagt die Pianistin Hélène Grimaud.
Jeder Musiker geht anders mit Lampenfieber um, manch einer bekämpft es verzweifelt, andere dagegen brauchen es regelrecht. Auch Wissenschaftler erforschen das Phänomen. Sie nennen es den Moment von „fight or flight“, also von „Kämpfen oder Wegrennen“. Das Herz schlägt bis zum Hals, aber eigentlich entsteht das Lampenfieber im Gehirn. Botenstoffe werden ausgeschüttet, Rezeptoren blockiert, im Gehirn sausen Impulse wie auf einer Achterbahn. Dadurch kommt es zu Herzklopfen, erhöhtem Blutdruck, Angst und Aufregung.
Illustriert von Musikbeispielen zeigt der Film von Marieke Schroeder, woher diese Aufregung kommt, was man dagegen tun kann und wer alles darunter leidet. Unbekannte und bekannte Künstler berichten über ihr Lampenfieber und ihre Tricks, damit umzugehen.
Sonntag, 10. Mai 2009, 08:45 – 09:30 Uhr
hr Fernsehen
Verfasst am 7. Mai 2009 um 12:48 in Programmtips
Tags: Bühne, Lampenfieber, Musiker



